Die zauberhafte Bloggerin Nina von Wunderherrlichbar hatte zu Cosvalley-Zeiten einmal den Vorschlag, dass man sich mehr mit Cosplay-Fotolocations auseinandersetzen sollte. Insbesondere wo schöne Fotos machbar sind und welche coolen Orte es gibt, die einem vielleicht nicht so bekannt sind.

Ein Vorschlag war der Dreimühlen-Wasserfall, den ich gestern einmal für euch besucht habe, um ihn entsprechend als Fotolocation weiterempfehlen (oder auch nicht?) zu können.

Die Anreise

Gelegen ist der Wasserfall inmitten der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz, nahe der Stadt Daun und rund 80 Kilometer von Koblenz entfernt.

Mit dem Auto über diverse Autobahnen und durch Weltstädte wie Brück war ich aus dem Rhein-Main-Gebiet nach rund 2 Stunden auf den Parkplatz vor dem Waldstück gerollt. Mir wurde dabei leider zur Qual, dass ich vorab mein Smartphone neu aufgesetzt hatte und deshalb lediglich 40 Songs von Wolfgang Petry als Musik dabei hatte … So sehr ich seine Musik auch mag, nach insgesamt 4 Stunden ist man auch mit dieser Musik am Ende. Geistig.

Also schalte ich auf Mitsingen & über Ortschaften an der Autobahn lachen um:

🎶 DAS IST WAHNSINN! 🎶 Kehehehe. „Katzwinkel“ 🎶 … UND GOLD, HAB ICH NIE GEWOLLT 🎶 Hahaha, „Hambuch“ 🎶 DER HIMMEL BRENNT, DIE ENGEL FLIEHEN… 🎶 Bwahaha. „Dünfus“ 🎶 WEIL ICH DICH LIEBE, WILL ICHS AUCH WISSEN… GANZ ODER GAR NICHT 🎶

Zurück zur eigentlichen Anreise: Parkmöglichkeiten sind vorhanden, allerdings nicht in sehr großer Zahl – ich hatte jedoch Glück!

Dreimühlen Wasserfall: Parkplatz an der Strasse
Dreimühlen Wasserfall: Parkplatz an der Strasse

Vom Parkplatz aus sind es noch rund 800m bis zum eigentlichen Wasserfall. Hierbei muss man an dem schönen Ausflugscafe Nohner Mühle vorbei und hat irgendwann die Wahl: Links, asphaltierter Weg, oder lieber rechts, quer durch den Wald?

Viele Wege führen vom Parkplatz zum Wasserfall
Viele Wege führen vom Parkplatz zum Wasserfall

Damit steht man auch schon vor der wohl schwierigsten Frage, denn was man nicht weiß: Der asphaltierte Weg durch die Unterführung endet über dem Wasserfall, der eher naturverbundene Weg hingegen darunter. Keine Sorge, man kann am Wasserfall über eine „Treppe“ zwischen beiden Ebenen wechseln, darauf komme ich gleich zu sprechen.

Lieber der sichere Weg durch die Unterführung ...
Lieber der sichere Weg durch die Unterführung …
... oder doch durch den Wald?
… oder doch durch den Wald?

Insbesondere bei schlechtem Wetter würde ich von dem Weg durch den Wald abraten. Dieser ist schlecht ausgebaut, matschig, holprig und an manchen Stellen darf man ein bisschen klettern. Für eine Cosplay-Fotolocation wäre das somit eher kontraindiziert.

Wer gerne durch den Wald kraxelt...
Wer gerne durch den Wald kraxelt…

Zum Glück wurde an die Sicherheit der Besucher gedacht und es wurden sehr eindeutige Hinweise aufgestellt:

Danke Schild!
Danke, Schild!

Nach einigen Minuten traumhafter Strecke durch den Wald, wenig Menschen und viel Natur kommt man schlussendlich direkt am Wasserfall an und dort zeigt sich dann auch das Problem.

Der Wasserfall

Auch wenn man bei Wasserfall ein bisschen an romantisch-verträumte Orte denkt, die eingefasst in wunderschöner Natur eine perfekte Fotolocation abgeben würden, so muss ich dies für den Dreimühlen-Wasserfall komplett und nachdrücklich verneinen. Das ganze Gebiet ist, auch wenn es irgendwie „mitten im Wald“ liegt, vollständig touristisch erschlossen.

Selbst zu meiner Ankunftszeit um kurz nach 17.00 Uhr tummelten sich Touristen, Wanderer und viele Familien mit Kindern an dem Fleckchen. Es war vergleichsweise laut, unruhig und vor allem waren viel zu viele Menschen vor Ort. Sitzbänke, Tische und diverse Gitter, Absperrungen und Co machen den naturnahen Eindruck ebenfalls kaputt.

Tadaaaa! Klarer Fall von Wasser
Tadaaaa! Klarer Fall von Wasser

Aufgrund der schieren Menge an Menschen wollte ich keine Panorama-Fotos erstellen, das ist bildrechtlich ja immer ein wenig heikel. Seid einfach versichert, dass ich von dem schieren „Tourismus“ vor Ort völlig überrumpelt war. Und das an einem Werktag um 17.00 Uhr – nicht auszudenken wie dies bei schönem Wetter unter dem Wochenende dort wohl aussieht.

Die Treppe ins Glück
Die Treppe ins Glück

Über eine Treppe, die eher einer Hühnerleiter gleicht, kann man nun zwischen dem Rastplatz „Auf dem Wasserfall“ und „Unter dem Wasserfall“ wechseln. Mir ist auch direkt ein Kind vor die Füße gelaufen, welches in einem unerhörtem Tempo die Stufen runtergeflitzt kam.

Hier ordentliche Shootings mit ein bisschen Equipment durchzuführen, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Fazit

Auch wenn die Vulkaneifel sicherlich mit vielen traumhaften Orten zu glänzen weiß, die für Fotoshootings mehr als awesome wären – der Dreimühlen-Wasserfall gehört leider nicht dazu und hinterlässt einen eher trüben Nachgeschmack. Die eingeschränkte Erreichbarkeit (man denke nur mal an Cosplayer in hohen Schuhen oder etwas in der Richtung) und die vielen Menschen vor Ort nehmen dem ganzen einiges an Atmosphäre.

Fotoshootings wären sicherlich möglich, allerdings erscheint mir die Location als solche dafür nur sehr eingeschränkt funktional und ich würde – unter diesen Gesichtspunkten – keine Reiseempfehlung aussprechen. Anders sieht dies aus, wenn man ein bisschen spazieren gehen will & die Natur auf sich wirken lassen möchte … dann nur zu!

Auf der Autofahrt sind mir jedoch viele andere Ziele in dieser Gegend aufgefallen, die ich mir durchaus als passender vorstellen kann. Die Reichsburg Cochem oder die Burg Pyrmont wirken auf den ersten Blick geeigneter – und auch der Wald rund um die Städte und Ortschaften kann sicherlich für die geneigten Fotografen eine tolle Kulisse bieten.

Möglicherweise wird es zukünftig noch ein paar Abstecher in die Eifel geben; auch mit dem Vorsatz noch mehr (tolle!) Locations für euch zu finden!

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