Manchmal schäme ich mich ein bisschen dafür, dass ich so bin, wie ich nun mal bin. Während andere bei komischen Ideen zwar Lachen, diese dann aber auf Dauer ignorieren, so geht es bei mir erst richtig los. Vor geraumer Zeit hatte ich mich in die exklusive Schokolade des Teehauses NINA’s PARIS verliebt und wollte unbedingt einige Tafeln mein Eigen nennen. Leider wird kein Versand angeboten und so kam es, dass zwei meiner Freunde, nach dem Lesen des letzten Blogeintrags, auf die Idee kamen, dass man einfach mal über das Wochenende nach Paris fahren könnte.

Ja … und genau hier würde jetzt jeder mild lächeln, den Kopf schütteln und man würde kein Wort mehr darüber verlieren. Für Schokolade nach Paris, was für eine vom Schwachsinn diktierte Idee! Nun, was soll ich dazu sagen – ich bin gerade aus Paris zurück nach Hause gekehrt … inklusive der Schokolade!


Dein Ernst?
Insgesamt 1.100 Kilometer hat unsere Gruppe dafür zurückgelegt und das alles mit dem eigenen Auto. Dafür, dass ich zuvor massiv Panik davor hatte mit dem Auto in Frankreich unterwegs zu sein, muss ich sagen, dass dies eigentlich total entspannt vonstatten geht. Im Nachhinein würde ich jederzeit wieder dort herumfahren, denn man muss nur einige Kleinigkeiten beachten und dann ist es fast wie Daheim.

Zu viel Geld? Nimm das Auto!

Die wichtigste „Kleinigkeit“ ist die Tatsache, dass Autofahren in Frankreich mit zu der teuersten Art der Fortbewegung gehört, die man sich vorstellen kann. Zumindest wenn man möglichst schnell ans Ziel kommen möchte, denn dann kommt man nicht um die großen Autobahnen herum, die nahezu alle mautpflichtig sind.

Um Zeit und Nerven zu sparen, haben wir uns vorab über den Anbieter Tolltickets eine sogenannte Liber-T-Box geholt. Diese kleine Box wird hinter die Windschutzscheibe geklebt und sorgt dafür, dass die Maut elektronisch abgerechnet wird. Kein langes Warten an den Mautstationen, kein Hantieren mit Kreditkarten oder Bargeld – einfach langsam fahren, das Gerät piepst kurz und die Schranke geht auf. Im besten Fall kann man ohne Anhalten einfach durch die Station fahren – das spart massiv Nerven!

Ein paar Hinweise

Während der Fahrt haben wir immer wieder kleinere Dinge festgestellt, die ich hier jetzt einfach bunt gemischt wiedergebe, vielleicht helfen sie ja jemandem in Zukunft:

Télépéage

1Automatische Mauterfassung

Automatische Mautterminals tragen ein großes oranges „T“ und können mit der oben angesprochenen Liber-T-Box genutzt werden. Wenn über dem „T“ die Aufschrift „30 km/h“ angezeigt wird, kann man – durch langsames Heranfahren – einen Stillstand vermeiden, da die Erfassung bereits früher erfolgt. Ansonsten müsste man genau vor der Schranke anhalten und warten, bis die Liber-T-Box kurz piepst und den Weg freigibt.

2Geschwindigkeitsbeschränkungen

In Frankreich gelten 130 km/h als Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen, bei Regen sind es lediglich 110 km/h. Überschreitungen der Geschwindigkeit werden mit recht empfindlichen Geldstrafen (mindestens 45€) geahndet und müssen auch gezahlt werden, wenn man in Deutschland ansässig ist.

Kreisverkehr in Frankreich

3Kreisverkehr

Kreisel sind in Frankreich grundsätzlich 2-spurig, auch wenn eine entsprechende Markierung fehlt. Eigentlich wird der Kreisel so benutzt, wie es Sinn macht – in Deutschland sieht man dies leider fast nie: Man fährt solange innen, bis die eigene Ausfahrt kommt, dann wird auf die äußere Spur gewechselt und abgefahren.

Wie ich gerade nachgelesen habe, soll man sogar beim Einfahren in den Kreisverkehr blinken – das ist mir persönlich aber nie begegnet.

4Rappel, Rappel!

Unter diversen Schildern findet man immer wieder die Aufschrift „Rappel“. Dies meint nichts anderes als „Erinnere Dich!“ und … soll sagen, dass man sich das Schild noch mal genau anguckt und sich dann an die Regeln hält.

Insgesamt schreiben die Franzosen sehr gerne diverse redundante Hinweise auf ihre Schilder …

5Das A auf den Autos

Manchmal sieht man Fahrzeuge mit einem A-Sticker auf dem Heck. Während das A in Deutschland für „Abfall“ steht, so markiert es in Frankreich Führerscheinanfänger.

6Französische Autofahrer


Archivaufnahme: Französisches Überholmanöver auf der Autobahn
Man behauptet immer, dass die Franzosen kein Auto fahren könnten … und es stimmt völlig. Obwohl es in Frankreich massive Strafen für Verkehrsdelikte gibt, so fährt dort jeder als hätte er den Führerschein gefunden oder geschenkt bekommen.

Das erklärt auch, warum man nahezu kein Auto findet, welches einen guten Zustand hat. Dellen, Kratzer, defekte Lampen … das ist Frankreich!

Im nächsten Blogeintrag werde ich mich dann mit Paris als solches beschäftigen und vielleicht auch einen kleinen Schokoladentest veröffentlichen. Das Auto haben wir übrigens nicht bis in die Innenstadt von Paris geprügelt, da unsere Unterkunft in einem Vorort lag … vielleicht war die Fahrt deshalb so entspannt?

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